| Filmszenen I Theorie - "eine feste Burg". Unser Protagonist in der "häuslichen" Ensemblekomödie (Filme mit Heino Ferch ) |
In HFs OEvre gibt es einige Komödien, die wir versuchshalber "häuslichen" Ensemblefilm, "häusliche" Ensemblekomödie, nennen wollen. Diese Filme porträtieren eine per Verwandtschaft oder Wohngemeinschaft zusammgehörige Gruppe, deren Leben und Treiben an ihrem Wohnort, in ihrer Privatspäre, ihrem Stammsitz verfolgt wird. In allen drei Filmbeispielen ist dieser Ort ein Hortus Conclusus, die "feste Burg", their home ist their castle - auch und vor allem gegen Eindringlinge. |
| 1987: Die letzte Geschichte von Schloß Königswald. Regie: Peter Schamoni. Trailer Schloß Königswald-> |
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(von links: Funker, Adjutant von Hauptmann Kolk (Heino Ferch im Alter von 24) , Hauptmann Kolk (Jockel Tschiersch), Soldaten (N.N.) Bildquelle und Bildrechte bei: Hoffmann, Hilmar: Peter Schamoni Filmstücke Film Pieces. Arnoldsche, München, 2003, S. 179 (Artikel S. 174-185) Situation: Sieben hochwohlgeborene Damen, hochbetagt, haben sich im zweiten Welt-Krieg auf Schloß Königswald geflüchtet. (Die Damen werden gespielt vom Who´s who großer deutscher Ufa-Filmdiven, teils in letzten Rollen: Camilla Horn, Marianne Hoppe, Carola Höhn, Marika Rökk, Rose Renée Roth, Fee von Reichlin, Ortrud von der Recke.) Hitler ist bereits tot, die Kapitulation eine Frage von Tagen, vielleicht Stunden. Ein letzter Trupp Wehrmachtsoldaten besetzt das Schloß. Das Schloß ist uralt, 16. Jahrhundert, höchst erhaltenswertes Baudenkmal und bis ins letzte Hirschgeweih-Hörndl Repräsentant von Gediegenheit, Tradition und vor allem ursprünglich geschichtlich gewachsenem Rechtsanspruch. Die Damen sind lebende erhaltenswerte Denkmäler. HF: HF finden wir unter den Soldaten, er ist Funker und Atjutant des Hauptmannes Kolk. Unser Protagonist betritt als unwillkommene anonyme Nummer, als Teil einer zerstörungswilligen Gruppe eines neuen Nazi-Ungeists fürstlichen Boden und Besitz. Der Charme und das gute Benehmen des Traditionsrepräsentanten "Adel" besiegt im Film Schritt für Schritt den rüpelhaften Ungeist von geschichtslosen Zerstörern qua Profession.
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2001: Möwengelächter. Regie: Agust Gudmundson. Trailer Möwengelächter (The Seagull´s Laughter)-> |
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Sitation: Wieder befinden wir uns in einem Frauenhaushalt. Wieder ist das Haus Zuflucht der Frauen - teils vor misshandelnden Männern, teils als Eltern- bzw Ersatzelternhaus. HF: HF spielt den angeheirateten Ehemann der schönsten und ehrgeizigsten all dieser Frauen: Frejya Gutsdottir. Auch hier sehen wir unseren Protagonisten als Eindringling, der fordernd und betrunken eindringt, die Benimmregeln des Hauses verletzt und stört und vertrieben werden muss. Drei Mal dringt er ein diese feste Burg ein, die dritte Invasion kostet ihn das Leben. Er wollte jadie Regeln nicht beachten, er wollte ja nicht gehen.
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| 2007: Meine schöne Bescherung Regie: Vanessa Jopp. Trailer Meine schöne Bescherung (Messy Christmas) -> |
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Das Haus des Psychologen Jan Meinhold, eine durchschnittliche Vorortvilla mit Garten ist "eine feste Burg", in der eine glückliche Familie mit mehreren Kindern aus mehreren Vorbeziehungen lebt. Jan ist der Hausherr und Ehemann von Sara. HF: Jan wird sofort am Filmanfang aus seiner Chefposition vertrieben, his home ist sofort nicht mehr his castle, Sara, die Ehefrau, setzt durch, was sie will. Sie will die große Gemeinschaft mit allen Ex-Männern, Kindern und neuen Frauen. Jan sollte eigentlich Herr über Haus und Hof sein, die Situation macht ihn in diesem Haushalt zum Outlaw, zu einem Alleingänger, der leider bei seiner Sucherei nach dem Schuldigen die Regeln guten Benehmens wieder mal verletzt - er sucht den Schwängerer seiner Frau unter den "Gästen", die ihn als Exlover von Sara mit allen Varianten von Nichtakzeptanz: Herablassung, Anzweifeln von Männlichkeit und Tüchtigkeit, Fähigkeit, den Sozialstatus zu verbessern, ansägen. |
Summary: 1987, 2001, 2007: Deutlich ist zunächst der wachsende Sozialstatus unseres Rollenträgers: 1987 ein Habenichts, der in eine steinreiche Traditionsumgebung widerrechtlich eindringt, 2001 ein Mann, der teils durch Herkunft, teils aus eigener Tüchtigkeit einen hohen Sozialstatus genießt und gemeinschaftliche Rechte erworben hat, aber regelwidrig eindringt, und 2007 ein Mann, der eigenlich der Chef des Spielortes, jedoch sofort entmachtet ist. 1987 läuft unser Protagonist als Befehlsempfänger mit, sieht aber in Schloß Königswald eine andere friedlichere Welt, von der er und seine Kameraden sich gerne einnehmen lassen. 2001 hat sich unser Protagonist das Recht auf Teilnahme am Haushalt erworben, wird aber nach Mißbrauch der Regeln dauerhaft vertrieben, 2007 wendet sich das Schicksal unseres Protagonisten komplett. Aus Vertreibung wird gerne bewohnte Heimat the home becomes his castle. Aus der Rolle als Randständiger (Who´s done it?-Sucher) wird der von allen akzeptierte tatsächliche Chef des Spielortes (Schluszene ein Jahr später)- und der Abspann sagt, dass nicht nur er akzeptiert wird, sondern all die skurrilen Charaktere seiner Umgebung vom Sexmaniac (Andi) bis zum Schwulen (Erich ) selbst irgendwie lieb gewonnen hat. |