Das Filmszenen-Streiflicht:
Szenenstruktur und Paraphrase:
Beispiel aus "Der Tod kam als Freund" 1990-91:
Dr. Korten hat etwas Schlimmes gemacht.
Dr. Selb ist deshalb böse.
Korten bagatellisiert: Lass uns frühstücken gehen. - Mensch – Seelchen!
Selb reagiert mit einem tödlichen Angriff. Er wirft Korten – hinunter.
s.a. "Der Anwalt und sein Gast." 2002-2003
Weller hat etwas für seine Ehe Schlimmes gemacht.
Katja ist deshalb böse.
Weller bagatellisiert: Mensch – Katja – lass uns einen Cognac drüber trinken und drüber lachen (Seelchen..).
Katja reagiert mit einem für die Ehe tödlichen Angriff. Sie wirft ihn hinunter – raus aus der Ehewelt.
Solche strukturellen Paraphrasen bedeuten u.E. (unseres Erachtens) etwas ganz bestimmtes.
Es bedeutet u.E., dass unser Hauptdarsteller Stoffentwicklung, Dialoge, und Dramaturgie von Szenen für bestimmte Filme schon lange, mindestens seit der Jahrtausendwende, in spielführender Funktion erstellt.
Wir glauben noch mehr. Aufgrund der Anhäufung solcher Szenenstruktur- Vorbilder, die in der Handlung zweier aktueller Projekte paraphrasiert werden, müssen wir zweierlei annehmen:
erstens: The Airlift ist unserer Meinung nach in Stoffentwicklung, Gesamtdramaturgie, Szenenstrukturen und Szenendramaturgie bis hinab zu Dialogen bestimmter Figuren (Louise, ihre Freundin, Turner, auch der Figur von Dr. Axel Kielberg,) in der Substanz von unserem Hauptdarsteller erstellt und gestaltet. Wir glauben, dass wahrscheinlich nur die politischen Aussagen aus anderer Hand stammen.
Wir wissen nichts über die Verzahnung einzelner „Gewerke“ bei der Filmerstellung, aber falls es so etwas wie einen executive Drehbuchautor, einen executive Regisseur und einen executive Dialogregisseur gibt, dann sind u.E. deren Namen der non credited Leistung unseres Hauptdarstellers vorgesetzt, wie Schutzwälle, sozusagen.
Zweites: Wir glauben, dass Stoffentwicklung, Text, Dramaturgie und Regie bei Hunt for Troy schätzungsweise zu nicht unter achtzig Prozent von unserem Hauptdarsteller stammen. Wir finden, dass die geradezu minutiös genauen Konstruktionspläne des Films in: Hant: „Das Drehbuch. Praktische Filmdramaturgie.“ enthalten sind. Der Film wirkt wie eine exakte Umsetzung der Konstruktionspläne, der Inhalte dieses Buches.
Wie können wir es wagen….? Sind wir wahnsinnig geworden?.. wollen wir einen Anwalt sehen? Je, nun, wir äußern ja nur unsere Meinung, wir behaupten keine Tatsachen.
Grundgesetz § 1 Art 5 :
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Freie Meinungsäußerung.
Also..:
..Der Kunsthistoriker. Der Kunsthistoriker als solcher, - und damit auch die Autoren dieser kleinen Publikation,- spielt gerne zwei Spiele: das erste Spiel heißt „Zuschreibung“, das zweite „Händescheidung“.
Aufgrund struktureller Indizien lassen sich Kunstwerke bestimmten Künstlern zuschreiben. Aufgrund des Vergleichs derselben strukturellen Indizien mehrerer Künstler lassen sich sogar Teile von Kunstwerken bestimmten Händen, ist gleich Autoren, Künstlern zuschreiben.
Beispiel: Auch wenn die „Aktenlage“ durch Sekundärbeweise, Rechnungen, Korrespondenzen, Verträge – Null wäre:
Strukturelle, dem Werk selbst innewohnende Indizien ermöglichen es z.B. in dem Bild Maria im Blumenkranz

dem geübten Auge sofort, entsprechende Bildteile Peter Paul Rubens und andere Jan Brueghel d.Ä. zuzuschreiben.
Dito die dramaturgischen und szenischen Strukturen in Airlift und Troy. Für eine Zuschreibung zumindest genügt die „Beweislage“.
(…………..hübsche Nebensache in der Blumenkranzmadonna: zwischen der dargestellten Figur (Maria) und dem Privatleben des Autors (des Malers Rubens) gibt es eine direkte Verbindung: Die Madonna trägt die Gesichtszüge der Frau des Autors und der Knabe (hier der Jesusknabe) die Züge seines leiblichen Sohnes. So was aber auch………...)
Ja, und? Warum denn also nicht? Warum soll Stoff- und Szenenentwicklung, Dramaturgie und Regie nicht in der Hand eines sehr erfahrenen sehr guten Schauspielers liegen?
John Malcovich führt Regie, Ulrich Tukur führte Regie, Til Schweiger macht alles: Stoffentwicklung, Dramaturgie, Regie, Text. Keiner findet was dabei. Und hier? Hier … wir glauben, das ist vielleicht ein Trademark – Problem. Warum?
Weil.
Weil Namen nicht nur Namen sind, sondern Qualitätssiegel. Bis ein solches Siegel geschnitzt ist, geht eine Menge Wasser die Isar runter. Und dieses Wasser würde die Lesbarkeit des Siegels verwischen, wenn nicht mehr nur ein Wort glasklar lesbar draufstünde: Fünf-Sterne-Schauspieler. Punkt.
…Ausserdem würde sich die Presse auf die Arbeit werfen. Ein Rudel hungriger Wölfe würde sie samt Autor in mikroskopische Stückchen zerfetzen, bis nur mehr ein blutiger Konfetti-Regen übrigbliebe.
Es wäre wahrscheinlich PR-mäßiger Selbstmord.
Ein epic tale wie airlift oder troy schauen alle, alle, alle an (siehe Trademark), - um sich anschließend darüber aufzuregen, dass es kein avantgardistisch hochmodernes (schwer verständliches) Formexperiment ist. Wäre es ein aber ein modernes, avantgardistisches kompliziertes Formexperiment, würden sich alle aufregen, dass man es nicht versteht.
Unser Hauptdarsteller hat in 2008 ganz vorsichtig anklingen lassen:
Regie würde mich interessieren.
Mich würde interessieren, ob er bereits nur für diese Äußerung mit Tomaten beworfen wurde.
Ignazwrobel für www.filmszenen.info |