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Unter Waidgerechtigkeit versteht man die disziplinierte und sittlich begründete Einstellung des Jägers
Zum Wild, zum Jagen, zum Mitjäger, zur Gesellschaft. Daraus werden folgende Forderungen abgeleitet:
- Bedenke, dass dir als Jäger ein wertvolles Naturgut anvertraut ist. Du sollst das Wild nicht nach eigenem Gutdünken und deines Gewinnens halber jagen, sondern mußt es als treuer Anwalt der Gesellschaft heben und im Rahmen der Nachhaltigkeit nutzen.
- Habe Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen. Dazu gehört, dass das Wohl des Ganzen (gesunder Wildbestand) als harmonischer Teil der Lebensgemeinschaft über dem Schicksal des einzelnen Tieres steht.
- Bedenke aber auch dem einzelnen Tier gegenüber stets die Forderung des Tierschutzes nach Vermeidung unnötiger Schmerzen und Leiden.
- Halte gute Kameradschaft mit deinem Jagdnachbarn!
- Mache dich frei von Jagd- und Schußneid! Freue dich vielmehr mit jedem der wie du Freude an der Jagd haben darf, und über jedes jagdliche Erlebnis, das dein Gefährte hat.
- Sieh nicht in jedem stillen Wanderer, der durch dein Revier kommt, einen Störenfried! Auch er freut sich über Wild, das er sieht.
- Treib keinen übertriebenen Trophäenkult! Der beste Jäger ist nicht immer der, der die beste Trophäe erbeutet.
- Übe größte Vorsicht im Gebrauch der Schusswaffe und vermeide jede Gefährdung von Mensch und Tier!
- Schieße erst, wenn du das Wild, dem dein Schuß gilt, genau angesprochen hast! Schieße nur auf Entfernungen , bei denen gute Treffsicherheit und eine ebenso gute Wirkung des Schusses gewiß ist!
In einem alten Vers wird der Sinn der Waidgerechtigkeit so auf den Punkt
gebracht:
„Das ist des Jägers Ehrenschild,
dass er beschützt und hegt das Wild,
waidmännisch jagt, wie sich´s gehört,
den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.”
Blattschuss: Schuss, der ins „Blatt“ (Schulterblatt bzw. vorderer Teil des Rumpfes) trifft. Da er Herz, Lungen und/oder große Blutgefäße verletzt, ist er meist sofort tödlich.
Redensartlich wird „Blattschuss“ auch als Metapher für das schnelle und effektive Bezwingen eines Gegners durch Argumente oder Handlungen verwendet.
Quelle: Wikipedia und langmaack.com |