Bildvergleich Jagdszenen aus Der Unhold (1995-1996) und aus Krupp - eine Deutsche Familie (2008-09)

Wir sprachen a.a.O. über " Handlungskorrekturen." D.i. Handlungen, deren Ablauf in einem späteren Projekt im Werk von hf wieder erscheint, jedoch dahingehend "korrigiert" zu sein scheint, dass der Ablauf nun "verbessert" ist, von Unrecht zu Recht, vom Tod zum Leben, von einem schlechten zu einem guten Ende.

1995-96 sehen wir in dem von uns zu besprechenden Werk erstmalig eine Jagdszenen-Sequenz in Der Unhold (Regie Volker Schlöndorff, Rolle hf: Napola-Kommandant Raufeisen) . Die Sequenz dort zeigt nicht-waidgerechte Jagd. Nur der rechtmäßige Besitzer des Reviers, Graf von Kaltenborn, ehrt das erlegte Wild durch die Geste des Hutziehens waidgerecht.

2008-09 sehen wir wieder eine Jagdszene, dieses Mal, erinnernd an eine " Handlungskorrektur" waidgerecht.
Ziel waidgerechter Jagd ist die Vermeidung unnötiger Schmerzen und Leiden für das Tier.

 

  Film: Krupp - eine Deutsche Familie (2008-09)   Film: Der Unhold (1995-96)
 

 

Krupp

Bild 1A

 

Unhold

 

Bild 1B

 

Der Hirsch steht treffsicher.  

Der Hirsch flieht, steht also nicht treffsicher.

 

 

Krupp

Bild 2A

 

Unhold

Bild 2B

  Das Tier wird sorgfältig mit Zielstock anvisiert.  

Schussgier.

 

 

Krupp

Bild 3A

 

 

Unhold

Bild 3B

 

  Die erbeutete Kreatur wird durch eine Grussgeste geehrt.  

Die erbeutete Kreatur wird vom rechtmäßigen Besitzer des Reviers durch eine Grussgeste geehrt.

 

 

Krupp

Bild 4A

 

Unhold

Bild 4B

 

  Blattschuss.  

Das Tier ist waidwund geschossen, es windet sich im Todeskampf .

 

 

Unter Waidgerechtigkeit versteht man die disziplinierte und sittlich begründete Einstellung des Jägers

Zum Wild, zum Jagen, zum Mitjäger, zur Gesellschaft. Daraus werden folgende Forderungen abgeleitet:

  • Bedenke, dass dir als Jäger ein wertvolles Naturgut anvertraut ist. Du sollst das Wild nicht nach eigenem Gutdünken und deines Gewinnens halber jagen, sondern mußt es als treuer Anwalt der Gesellschaft heben und im Rahmen der Nachhaltigkeit nutzen.

  • Habe Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen. Dazu gehört, dass das Wohl des Ganzen (gesunder Wildbestand) als harmonischer Teil der Lebensgemeinschaft über dem Schicksal des einzelnen Tieres steht.

  • Bedenke aber auch dem einzelnen Tier gegenüber stets die Forderung des Tierschutzes nach Vermeidung unnötiger Schmerzen und Leiden.

  • Halte gute Kameradschaft mit deinem Jagdnachbarn!

  • Mache dich frei von Jagd- und Schußneid! Freue dich vielmehr mit jedem der wie du Freude an der Jagd haben darf, und über jedes jagdliche Erlebnis, das dein Gefährte hat.

  • Sieh nicht in jedem stillen Wanderer, der durch dein Revier kommt, einen Störenfried! Auch er freut sich über Wild, das er sieht.

  • Treib keinen übertriebenen Trophäenkult! Der beste Jäger ist nicht immer der, der die beste Trophäe erbeutet.

  • Übe größte Vorsicht im Gebrauch der Schusswaffe und vermeide jede Gefährdung von Mensch und Tier!

  • Schieße erst, wenn du das Wild, dem dein Schuß gilt, genau angesprochen hast! Schieße nur auf Entfernungen , bei denen gute Treffsicherheit und eine ebenso gute Wirkung des Schusses gewiß ist!

In einem alten Vers wird der Sinn der Waidgerechtigkeit so auf den Punkt
gebracht:

„Das ist des Jägers Ehrenschild,
 dass er beschützt und hegt das Wild,
 waidmännisch jagt, wie sich´s gehört,
 den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.”

Blattschuss: Schuss, der ins „Blatt“ (Schulterblatt bzw. vorderer Teil des Rumpfes) trifft. Da er Herz, Lungen und/oder große Blutgefäße verletzt, ist er meist sofort tödlich.

Redensartlich wird „Blattschuss“ auch als Metapher für das schnelle und effektive Bezwingen eines Gegners durch Argumente oder Handlungen verwendet.

Quelle: Wikipedia und langmaack.com