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Kinofilm Gladiator. (2000)

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Teil 3: Gladiator, Kinofilm, 2000,

Produktion: DreamWorks SKG, Universal Pictures, Scott Free Productions.
Regie: Ridley Scott. Drehbuch: David Franzoni.


Hauptrollen: Richard Harris: Marc Aurel; Russell Crowe: Maximus Decimus Meridius; Joaquin Phoenix: Commodus; Connie Nielsen: Lucilla.

 

Das Personal:

Der Höchste - Der Erlöser - Die Fürbitterin (Intercessoress) - Der gefallene Engel (Macht-Missbrauch):

a. Marc Aurel – Die Vaterfigur.

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Abbildung zeigt: Marc Aurel, an seiner Seite: Maximus. (Richard Harris, Russell Crowe)

Links, mit weissem Haar, sehen wir Kaiser Marcus Aurelius , ruling „Die Welt“ . Er ist der Höchste der Hohen, der Mächtigste über „die Welt“.

Der Bildvergleich mit der Figur Gottvater von Michelangelo Buonarotti aus der Sixtinischen Kapelle ist selbst erklärend:

http://www.filmszenen.net/CIMG8206a.jpg

Die Parallelisierung ist ikonisch, über das Bild codiert.

Hierzu auch die berühmte antike Marc Aurel Reiterstatue auf dem Kapitol in Rom, also im Zentrum der damaligen „Welt“:

http://de.academic.ru/pictures/dewiki/77/Marc_Aurel_Capitol_Roma_BW_1.JPG

Diese Statue sehen wir im Film am Beginn des Kapitels Kämpfe im Kolosseum, kurz von hinten in einer Totale der Stadt Rom mit dem Kolosseum als Abschlußprospekt, wir werden also visuell am Beginn des Kapitels bereits auf das Reiterstandbild des Marc Aurel hingewiesen.

Diesem Bild, diesem icon, dieser Ikone,  werden wir gleich wieder begegnen: Im Kolosseum.

Maximus wird im Gladiatorenkampf ein Pferd vom Wagen abspannen, aufsitzen und bis zum Sieg  kämpfen. Am Ende des Kampfes reitet er eine Pirouette, (ein Vollkreis auf der Hinterhand), alle sehen ihn und er sieht das ganze Volk. Das heißt, Maximus ruft visuell für das gesamte Volk von Rom im Kolosseum dieses Bild der Reiterfigur des guten Herrschers Marc Aurel wieder auf, das alle vom Zentrum der römischen Macht kennen: vom Kapitol.

http://www.filmszenen.net/CIMG8392a.jpg

 

 

b. Maximus – der gerechte Sohn.

Maximus vertritt für Marc Aurel die Position eines Sohnes. Dieser Sohn soll das Reich, „die Welt“ nach ihm regieren.


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Maximus hat durch seine Taten das Reich zu dem gemacht, was es ist. Er hat quasi das Reich des Marc Aurel mit erschaffen. Wir erinnern uns an den Vorspanntext des Filmes, der uns erklärt, dass 90 Prozent der Weltbevölkerung diesem Reich angehörten. Dieses Reich ist also leicht parallel zu setzen mit „die Welt“.

Die gigantischen Dimensionen mit Blick in eine Weltlandschaft deuten den Begriff des Allumspannenden, also "der Welt" an:

http://home.datacomm.ch/molodezhnaja/gladi7.jpg

Dazu zum Vergleich ein Bild des Typus "Weltlandschaft" equals "Die Welt" : Albrecht Altdorfer: Alexanderschlacht (Ausschnitt Landschaft).

-

Die Ikonografie des Bildes Vater - Sohn initiiert den Vergleich mit einem christlichen Bildtypus:

http://www.filmszenen.net/ersitzetzurrechtengottes.jpg Christliche Ikonografie Altargemälde 17. Jahrhundert, Europa.

.Vater Unser: . und er sitzet zur Rechten (..) des Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden (...).

c. Lucilla – die Vermittlerin, die Fürbitterin.

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Gegen Ende des Filmes hat Maximus das Volk auf seiner Seite. Er ist wieder auf dem Sprung zur Macht. Lucilla wünscht, dass der gerechte Sohn des Marc Aurel, Maximus, das Volk befreien soll von der Diktatur des unwürdigen, falschen Sohnes, Commodus, .

Wir erinnern uns: zu Zeit von Christus war Israel ein geknechtetes Volk. Es lebte unter der „falschen“ Herrschaft. Der Erlöser wurde dringend erwartet. Ebenfalls das Volk von Rom erwartet Erlösung von der Diktatur des Commodus.

Lucilla wird als Vermittlerin aktiv. Hier übernimmt sie das Profil der Heiligen Maria in ihrer Funktion als Fürbitterin.

Maria bittet auf höchster Ebene für das Volk. Auch Lucilla bittet auf höchster Ebene, im Film beim Senat, für das Volk. Maximus soll der Befreier, der Erlöser sein.

Maria ist Mutter eines Sohnes. Lucilla ist Mutter eines Sohnes

.

russisch http://www.kathsurf.at/images/gebete/maria.jpg
Maria Mit Sohn

Maria mit Ihrem Sohn:
http://theodor-frey.de/dreifa16.jpg

Lucilla ist in unserer Konstruktion symbolisch mit der Heiligen Maria identifiable. Die Parallelisierung entsteht by paralleling bestimmte Handlungen: Lucilla bittet Maximus, seine Kräfte zu aktivieren, um das Volk zu retten, das Volk zu erlösen. (Rettung from Missherrschaft.) Lucilla bittet den Senat, Maximus zur Macht zu verhelfen, wie es Marc Aurels Wunsch war. Dieses Handeln Lucillas, eine Vermittlung, kann man als Fürbitte_ lesen. Fürbitterin für die Belange der Menschen vor der höchsten Instanz. Das ist die Heilige Maria. (Heilige Maria, bitte für uns! – siehe Rosenkranzgebet. Footnote 1)

Falsch wäre hier ein Gleichsetzen aller Merkmale der christlichen Figuren. Gleichsetzbar sind hier nur bestimmte Funktionen. Zum Beispiel hört die ikonische Parallelisierung auf, wenn es um echte Verwandtschaftsverhältnisse geht. In diesem Falle müsste der Erlöser Maximus ja Lucillas Sohn sein. Es geht hier jedoch nur um die Codes: Mutter, Fürbitterin, Erlöser.
Diese Funktionen setzen die Parallelisierung mit einem Bildtypus in Gang, die besonders häufig im 18. Jahrhundert in Europa zu finden ist: Das Bild der Himmelskönigin in Kombination mit der Heiligen Trinität.

Beispiele:

Maria als Fürbitterin:

http://theodor-frey.de/dreifa15.jpg Johann Baptist Enderle, 1770

Weltenburg, Deckenfresko: http://www.bayerntourer.de/touren/schwaben/altmuehl_060823/kelheim/kel8.jpg

Maria als Himmelkönigin: Frauenkirche Günzburg.
http://host3.guenzburg.de/images/tourist/tips/deckenfresko.jpg
Szenen aus dem Marienleben

Lucilla steht dem höchsten Herrn, Marc Aurel sehr nahe, sie konnte mit ihm über das Volk reden.

Maria im Dialog mit Gottvater:
http://lafrusta.homestead.com/files/tiziano_assunta_.jpg Assunta Tizian

Was tut Maria? Hierzu Lukas 1, aus dem Magnifikat. Das „er“ kann mit dem Namen des Erlösers, im Film ist das Maximus, gleichgesetzt werden:

Magnifikat Lukas 1, 46 – 55:

46 Und Maria sprach:
51 Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. {Psalm.147,6} 147,6
Der HERR richtet auf die Elenden und stößt die Gottlosen zu Boden.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer. 54 Er denkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel wieder auf, 55 wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich

 

d. Commodus – der falsche, der gefallene Sohn

http://www.filmszenen.net/CIMG8209.JPG
Abbildung zeigt von Links: Commodus, Marc Aurel, Maximus.

Commodus - Lucifer:

Commodus Rolle, sein latenter Sadismus, sein Erscheinungsbild mit den dunklen Augenhöhlen haben etwas, das leicht als latent gefährlich, als böse, fast teuflisch gefühlt weden kann. Der Teufel heißt auch Lucifer. Wörtlich übersetzt bedeutet Lucifer  „Lichtträger“ (zu lat. lux = Licht und ferre = tragen).

Der hochmütige Lichtbringer Luzifer wurde auch mit der Idee des gefallenen Erzengels in Verbindung gebracht: Maßgeblichen Einfluss übte insofern die Bibelstelle Ez 28,14 aus, wenn dort auch der „glänzende, schirmende Cherub“ lediglich als allegorische Bezeichnung für den zwar schönen und mächtigen, aber durchaus menschlichen König von Tyrus dient.

 „Im Garten Gottes“ wandelte er, „geschmückt mit Edelsteinen jeder Art, mit Sarder, Topas, Diamant, Türkis, Onyx, Jaspis, Saphir, Malachit, Smaragd“. „Ein Gott“ war er und „wandelte inmitten der feurigen Steine“. Eines Tages freilich wurde an ihm „Missetat gefunden“, durch sein „großes Handeln“ wurde er „voll Frevels, sein Herz erhob sich ob seiner Schönheit“. Gott verstieß ihn daraufhin von seinem Berge, stürzte ihn zu Boden. Quelle: Wikipedia

Commodus ist ebenfalls ein hoch Geborener, auch er stand dem Höchsten nahe. Aber er war schwach, er ist vom rechten Weg abgekommen. Er ist ein Lucifer nach seinem Sturz, in Verbindung mit der negativen Macht. (Zerstörung) Maximus ist in Verbindung mit der positiven Macht. (Macht, Gutes zu tun.)

morgen: B. the tribulation of Maximus.->

text intellectual property of ignazwrobel Jan 2010

 

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Footnote 1

 

Im Christlichen Glauben gibt es eine Gebetsmediation, die sich der Fürbitte der Heiligen Maria bedient: der Rosenkranz.


Der Rosenkranz, der eine litaneiartige fünfzigfache Wiederholung eines Gebetes ist, hat Zwischen-Refrains, die einen Vorgang aus dem NT memorieren. Es gibt z.B. den schmerzlichen Rosenkranz, der die Passion Christi memoriert. Die Refrains lauten:


Schmerzhafte Geheimnisse (doloris mysteria)


Die schmerzhaften Geheimnisse betrachten die Passion Christi:


deutsch lateinisch
B1: Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat (Lk 22, 44) Qui pro nobis sanguinem sudavit.
B2: Jesus, der für uns gegeißelt worden ist (Joh 19, 1) Qui pro nobis flagellatus est.
B3: Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist (Joh 19, 2) Qui pro nobis spinis coronatus est.
B4: Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat (Joh 19, 17) Qui pro nobis crucem baiulavit.
B5: Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist (Joh 19, 18) Qui pro nobis crucifixus est.

Zwischen jedem Refrain wird die Fürbitter-Funktion von Maria aktiviert:


A: Gegrüßet seist Du…
B1: Jesus, der für uns Blut…
C. Heilige Maria, bitte für uns!
A, B2, C - A B3, C – usw. Die Gemeinde, bzw Das Volk, betet diese Gebete, also: alle.