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Teil 3: Gladiator, Kinofilm, 2000,
Das Personal: a. Marc Aurel – Die Vaterfigur. http://www.filmszenen.net/CIMG8330.JPG Links, mit weissem Haar, sehen wir Kaiser Marcus Aurelius , ruling „Die Welt“ . Er ist der Höchste der Hohen, der Mächtigste über „die Welt“. Der Bildvergleich mit der Figur Gottvater von Michelangelo Buonarotti aus der Sixtinischen Kapelle ist selbst erklärend: http://www.filmszenen.net/CIMG8206a.jpg Die Parallelisierung ist ikonisch, über das Bild codiert. Hierzu auch die berühmte antike Marc Aurel Reiterstatue auf dem Kapitol in Rom, also im Zentrum der damaligen „Welt“:
Diese Statue sehen wir im Film am Beginn des Kapitels Kämpfe im Kolosseum, kurz von hinten in einer Totale der Stadt Rom mit dem Kolosseum als Abschlußprospekt, wir werden also visuell am Beginn des Kapitels bereits auf das Reiterstandbild des Marc Aurel hingewiesen. Diesem Bild, diesem icon, dieser Ikone, werden wir gleich wieder begegnen: Im Kolosseum. http://www.filmszenen.net/CIMG8392a.jpg
b. Maximus – der gerechte Sohn. Maximus vertritt für Marc Aurel die Position eines Sohnes. Dieser Sohn soll das Reich, „die Welt“ nach ihm regieren.
Maximus hat durch seine Taten das Reich zu dem gemacht, was es ist. Er hat quasi das Reich des Marc Aurel mit erschaffen. Wir erinnern uns an den Vorspanntext des Filmes, der uns erklärt, dass 90 Prozent der Weltbevölkerung diesem Reich angehörten. Dieses Reich ist also leicht parallel zu setzen mit „die Welt“. Die gigantischen Dimensionen mit Blick in eine Weltlandschaft deuten den Begriff des Allumspannenden, also "der Welt" an: http://home.datacomm.ch/molodezhnaja/gladi7.jpg Dazu zum Vergleich ein Bild des Typus "Weltlandschaft" equals "Die Welt" : Albrecht Altdorfer: Alexanderschlacht (Ausschnitt Landschaft). - Die Ikonografie des Bildes Vater - Sohn initiiert den Vergleich mit einem christlichen Bildtypus: http://www.filmszenen.net/ersitzetzurrechtengottes.jpg Christliche Ikonografie Altargemälde 17. Jahrhundert, Europa. .Vater Unser: . und er sitzet zur Rechten (..) des Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden (...). c. Lucilla – die Vermittlerin, die Fürbitterin. http://www.filmszenen.net/gladiator-2000_lucilla-83281.jpg Gegen Ende des Filmes hat Maximus das Volk auf seiner Seite. Er ist wieder auf dem Sprung zur Macht. Lucilla wünscht, dass der gerechte Sohn des Marc Aurel, Maximus, das Volk befreien soll von der Diktatur des unwürdigen, falschen Sohnes, Commodus, . Wir erinnern uns: zu Zeit von Christus war Israel ein geknechtetes Volk. Es lebte unter der „falschen“ Herrschaft. Der Erlöser wurde dringend erwartet. Ebenfalls das Volk von Rom erwartet Erlösung von der Diktatur des Commodus. Lucilla wird als Vermittlerin aktiv. Hier übernimmt sie das Profil der Heiligen Maria in ihrer Funktion als Fürbitterin. Maria bittet auf höchster Ebene für das Volk. Auch Lucilla bittet auf höchster Ebene, im Film beim Senat, für das Volk. Maximus soll der Befreier, der Erlöser sein. Maria ist Mutter eines Sohnes. Lucilla ist Mutter eines Sohnes . russisch http://www.kathsurf.at/images/gebete/maria.jpg Maria mit Ihrem Sohn: Lucilla ist in unserer Konstruktion symbolisch mit der Heiligen Maria identifiable. Die Parallelisierung entsteht by paralleling bestimmte Handlungen: Lucilla bittet Maximus, seine Kräfte zu aktivieren, um das Volk zu retten, das Volk zu erlösen. (Rettung from Missherrschaft.) Lucilla bittet den Senat, Maximus zur Macht zu verhelfen, wie es Marc Aurels Wunsch war. Dieses Handeln Lucillas, eine Vermittlung, kann man als Fürbitte_ lesen. Fürbitterin für die Belange der Menschen vor der höchsten Instanz. Das ist die Heilige Maria. (Heilige Maria, bitte für uns! – siehe Rosenkranzgebet. Footnote 1) Falsch wäre hier ein Gleichsetzen aller Merkmale der christlichen Figuren. Gleichsetzbar sind hier nur bestimmte Funktionen. Zum Beispiel hört die ikonische Parallelisierung auf, wenn es um echte Verwandtschaftsverhältnisse geht. In diesem Falle müsste der Erlöser Maximus ja Lucillas Sohn sein. Es geht hier jedoch nur um die Codes: Mutter, Fürbitterin, Erlöser. Beispiele: Maria als Fürbitterin: http://theodor-frey.de/dreifa15.jpg Johann Baptist Enderle, 1770 Maria als Himmelkönigin: Frauenkirche Günzburg. Lucilla steht dem höchsten Herrn, Marc Aurel sehr nahe, sie konnte mit ihm über das Volk reden. Maria im Dialog mit Gottvater: Was tut Maria? Hierzu Lukas 1, aus dem Magnifikat. Das „er“ kann mit dem Namen des Erlösers, im Film ist das Maximus, gleichgesetzt werden: Magnifikat Lukas 1, 46 – 55: 46 Und Maria sprach:
d. Commodus – der falsche, der gefallene Sohn http://www.filmszenen.net/CIMG8209.JPG Commodus - Lucifer: Commodus Rolle, sein latenter Sadismus, sein Erscheinungsbild mit den dunklen Augenhöhlen haben etwas, das leicht als latent gefährlich, als böse, fast teuflisch gefühlt weden kann. Der Teufel heißt auch Lucifer. Wörtlich übersetzt bedeutet Lucifer „Lichtträger“ (zu lat. lux = Licht und ferre = tragen). Der hochmütige Lichtbringer Luzifer wurde auch mit der Idee des gefallenen Erzengels in Verbindung gebracht: Maßgeblichen Einfluss übte insofern die Bibelstelle Ez 28,14 aus, wenn dort auch der „glänzende, schirmende Cherub“ lediglich als allegorische Bezeichnung für den zwar schönen und mächtigen, aber durchaus menschlichen König von Tyrus dient. „Im Garten Gottes“ wandelte er, „geschmückt mit Edelsteinen jeder Art, mit Sarder, Topas, Diamant, Türkis, Onyx, Jaspis, Saphir, Malachit, Smaragd“. „Ein Gott“ war er und „wandelte inmitten der feurigen Steine“. Eines Tages freilich wurde an ihm „Missetat gefunden“, durch sein „großes Handeln“ wurde er „voll Frevels, sein Herz erhob sich ob seiner Schönheit“. Gott verstieß ihn daraufhin von seinem Berge, stürzte ihn zu Boden. Quelle: Wikipedia Commodus ist ebenfalls ein hoch Geborener, auch er stand dem Höchsten nahe. Aber er war schwach, er ist vom rechten Weg abgekommen. Er ist ein Lucifer nach seinem Sturz, in Verbindung mit der negativen Macht. (Zerstörung) Maximus ist in Verbindung mit der positiven Macht. (Macht, Gutes zu tun.) morgen: B. the tribulation of Maximus.-> text intellectual property of ignazwrobel Jan 2010
- - - Footnote 1
Im Christlichen Glauben gibt es eine Gebetsmediation, die sich der Fürbitte der Heiligen Maria bedient: der Rosenkranz.
Zwischen jedem Refrain wird die Fürbitter-Funktion von Maria aktiviert:
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